Dante’s Inferno

Im Test von Dante’s Inferno wurde klar: Wer so dreist klaut, der darf auch einen Vergleich mit dem großen Konkurrenten nicht scheuen. Dante’s Inferno spielt sich nämlich nicht nur genau wie God of War, sondern ist genauso blutig. Statt in der griechischen Mythologie ein Massaker anzurichten, schnetzelt sich Dante jedoch quer durch die Hölle. Dabei werden nicht von ungefähr typische Fegefeuer-Klischees wie lodernde Höllenflammen oder verlorene Seelen bedient.

Ich versuche die Komplizierte Story einmal ein wenig zu erklären…
Das Spiel handelt umd die Göttliche Komödie des italienischen Mittelalter-Dichters Dante Alighieri: Kreuzfahrer Dante durchquert die neun Zirkel der Hölle, um seine geliebte Beatrice aus den Fängen des Teufels zu retten. Eigentlich ein perfekt für dramatische Szenen, richtig fesselnd wird die leicht verwirrende Story allerdings nie.

Einmal Hölle, blutig bitte!

Die Story ist aber ohnehin nur Mittel zum Zweck für das ca. zehnstündige Höllengemetzel. Die Kämpfe sind dabei meist anspruchsvoll und eure Daumen hämmern in einem solchen Tempo auf die Knöpfe, dass selbst Nähmaschinen neidisch werden könnten. Gerade in späteren Levels, wenn verschiedene Gegnertypen gleichzeitig auf euch einstürmen, sind unterschiedliche Taktiken gefragt und ihr solltet Abwechslung in eure Attacken bringen. Allerdings werden die Kämpfe leicht eintönig, sobald ihr die Taktiken der Widersacher erst mal durchschaut habt.

Zeitweilige Auflockerung bringen Passagen, in denen ihr mächtige Monster steuert: Beim ersten Mal sorgt das echt noch für heruntergeklappte Kinnladen, später nutzt sich der Effekt allerdings mehr und mehr ab. Das Gleiche gilt für die heftigen Gewalt-Einlagen: Der erste blutig abgetrennte Dämonen-Schädel erzeugt erstaunte bis fassungslose Gesichter, der hundertste nur noch ein müdes Lächeln.

Gut, dass die Dead Space-Entwickler Visceral Games riesige Bossgegner ins Spiel eingebaut haben, die für den einen oder anderen Bombast-Moment sorgen. Unter den Fieslingen findet ihr beispielsweise Dantes eigene Familie, die durch Höllenqualen verdorben wurde oder eine riesige, pervertierte Version von Cleopatra. Manche der Bosskämpfe leiden jedoch darunter, dass sich Abläufe und Animationen wiederholen, wenn man den richtigen Moment für eine Attacke verpasst. Dann bleibt euch nichts anderes übrig, als eine Reihe von stets gleichen Angriffen über euch ergehen zu lassen, bis ihr wieder am Zug seid.

Teuflische Talente

Im Laufe des Spiels erhaltet ihr von erledigten Gegnern und verirrten Seelen Erfahrungspunkte, die ihr in Dantes Attacken investiert. Die Punkte lassen sich auf zwei unabhängige Talentbäume verteilen. Ihr solltet euch jedoch frühzeitig für eine Richtung entscheiden, um die Spitze der Bäume überhaupt erreichen zu können. Denn wenn ihr bei beiden hier und da etwas skillt, dann ist es bei beiden Skilltrees ein offenes Ende…

Mithilfe sogenannter Reliquien baut ihr Fernwaffe, Sprungkraft oder andere Fähigkeiten aus. Interessant: Die Reliquien verbessern sich automatisch, indem ihr sie benutzt. Um irgendwann eine große Auswahl hochgelevelter Reliquien zu haben, müsst ihr sie also regelmäßig austauschen – die Mühe lohnt sich!

Mit genug Reliquien-Power und Talenten ausgestattet, tut man sich ab der zweiten Hälfte des Spiels zunehmend leichter. Ich habe mir zwei Lieblings-Kombos ausgesucht und fortan nur noch damit gekämpft. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Gegner mehr Abwechslung bei der Kombo-Auswahl erfordern. Außerdem wird man auf der Zielgeraden das Gefühl nicht los, alles schon einmal gesehen zu haben.

Fazit:

Erst schicken die Entwickler uns in Dead Space auf einen grausigen Horrortrip und nun liefern sie die wohl “krasseste” Darstellung der Hölle, die man sich vorstellen kann. Durch das genial-abgedrehte Setting kann sich Dante ein Stück weit von der God of War-Reihe abheben, auch wenn es sonst stellenweise wie eine 1:1-Kopie daherkommt. Etwas mehr Innovationen hätte man sich schon gewünscht.

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