EA Sports MMA

Zwei Männer betreten den Käfig. Nur einer verlässt ihn stehend. Bei Mixed-Martial-Arts nehmen die Athleten weder Rücksicht auf sich selbst, noch auf ihren Gegner. Kein Wunder, es geht um Geld und um Ehre. Schließlich ist MMA der am schnellsten wachsende Sport weltweit. Die UFC (Ultimate Fighting Championship) füllt riesige Boxarenen – egal, ob in Europa oder in den USA. EA Sports will offensichtlich ein dickes Stück vom Kuchen abhaben: Ihre Kampfsportsimulation EA Sports MMA ist direkter Konkurrent zu UFC Undisputed 2011 und schlägt sich in der ersten Runde gar nicht soooo schlecht.

Natürlich setzt MMA auf einen komplett eigenständigen Kader. Dieser besteht aus rund 60 Kämpfern und hat so gediente Recken wie Fedor Emelianenko und Randy Couture in seinen Reihen. Obwohl UFC und MMA die gleiche Kampfsportart nachstellen, spielen sich die beiden Games sehr unterschiedlich. MMA ist deutlich schneller. Die Kämpfer schlittern regelrecht über die Matte. Daran muss EA Sports noch gewaltig arbeiten. Die Schlag- und Kicksteuerung läuft ähnlich wie in der Fight Night -Serie über den rechten Analog-Stick. Durch Drehbewegungen führt ihr Haken aus. Haltet ihr dabei die linke Schultertaste gedrückt, zieht ihr einen Tritt durch. Die übrigen Buttons benutzt ihr für Takedowns, den Clinch und den Bodenkampf.

Leider fallen Transitions – also Positionswechsel – und Aufgabegriffe ein wenig zu simpel aus. Gerade Jiu-Jitsu-Experten setzen Armhebel und Würgegriffe ohne Probleme an. Das anschließende Minispiel gehört ebenfalls in die Kategorie “Kindergarten”. Der Standkampf funktioniert da wesentlich besser, leidet aber ein wenig unter dem seltsamen Körpermodell. Die Verfassung der Kämpfer wird anhand von Ausdauer, Kopf und Körper angezeigt. Haut ihr also einem Gegner oft genug vor die Birne, geht er unweigerlich zu Boden. Leider verliert er auch dann das Bewusstsein, wenn er noch die Hände als Deckungs aufgebaut hatte. So kam es in unserem Test immer wieder zu seltsamen und unbefriedigenden KO-Entscheidungen. Alles in allem ist das Kampfsystem von MMA – besonders im Stand-Up Kampf - durchaus gelungen. Es fehlt eben hier und da an Feintuning. Zumindest ist MMA weniger stressig und deutlich entspannter als UFC Undisputed 2010 zu spielen, denn die Steuerung ist merklich einsteigerfreundlicher.

Neben den klassischen Übungskämpfen startet ihr in MMA auch eine Karriere mit eurem selbst kreierten Kämpfer. Hier sind die Möglichkeiten noch ziemlich überschaubar. Aber der Editor reicht zumindest aus, um sich seinen Avatar zu zimmern. Der übrige Spielablauf ist geprägt durch Training und Kämpfen. Ihr startet in einer der kleineren Ligen und arbeitet euch schließlich in die großen Hallen vor. Schön ist: MMA bietet diverse Kampfrichtungen und damit auch unterschiedliche Regeln. Manchmal kämpft ihr in einem klassischen Boxring, dann wieder im Käfig. Gelegentlich dürft ihr bestimmte Aktionen – etwa Ellenbogen an den Kopf – nicht einsetzen. Die Trainingseinheiten leistet ihr in Form von Minispielen ab. Da geht ihr an den Boxsack oder müsst euren Sparringspartner in einer bestimmten Zeit zur Aufgabe zwingen. Leider wirken diese Aufgaben schnell ein wenig monoton. Dafür ist das Charaktersystem durchschaubarer als in UFC Undisputed 2010. Insgesamt aber fehlt es auch hier – trotz der guten Kämpfe – an Überraschungen und Neuerungen.

Fazit:
Bei mir hat MMA nicht die ganz großen Begeisterungsstürme hervorgerufen. Dafür fehlt es dem Spiel einfach an Komplexität und Abwechslung. Wenn ich sehe, wie die Kämpfer in Windeseile die Position wechseln, frage ich mich, ob es sich hier um einen echten Fight oder um Training handelt. Kenner der Materie sollten daher weiterhin bei UFC Undisputed 2010 bleiben. Neueinsteigern sei MMA aber durchaus empfohlen. Denn hier ist der Einstieg in das Genre deutlich einfacher. Und das Spiel artet weit seltener in Frustrationen aus…
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