Battlefield: Bad Company 2

Wenn Ihr nach einem guten Singleplayer-Shooter auf Modern Warfare 2-Niveau sucht, werdet ihr von Battlefield: Bad Company 2 etwas enttäuscht sein. Nicht, weil das Spiel schlecht wäre, aber es ist als Solo-Unterhaltung einfach nicht beeindruckend genug, um lange im Gedächtnis zu bleiben oder sich besonders auszuzeichnen.

Die Kampagne dreht sich wie im Vorgänger um Private Preston Marlow und eine Truppe beinharter Soldaten, die rund um die Welt reist, um diesmal eine legendäre Massenvernichtungswaffe zu sichern. Eine typische Story um ein paar Helden wider Willen also. Die Handlung führt Preston und Co. rund um den Globus und an die unterschiedlichsten Locations, von schneebedeckten Bergen bis zu dichten Dschungeln.

Egal, wo die Action abgeht: Die Bad Company lässt kaum einen Stein auf dem anderen. Wie schon im Vorgänger zerlegt ihr die Umgebung konsequent in ihre Einzelteile. Kein Baum, keine Hütte, keine Deckung, die sich nicht mit etwas Sperrfeuer zu Sägemehl verarbeiten ließe. Wenn ihr von einem Scharfschützen aus einem Gebäude unter Feuer genommen werdet, schickt einfach eine Rakete los: Der Sniper wird danach entweder Geschichte oder zumindest ohne Deckung sein.

Abgesehen von der zerstörbaren Umgebung hat sich bei Battlefield aber einiges verändert: Gewichen ist der teilweise alberne Humor des Vorgängers und auch das Missionsdesign wurde überarbeitet. Statt großen, offenen Missionen gibt es nun eher lineare Action. Dadurch wirkt Bad Company 2 dramatischer und filmischer – obwohl es nicht ganz so episch geworden ist, wie es die Entwickler gerne hätten. Das liegt an den schnellen Nonstop-Gefechten, die euch von einer Szene zur nächsten scheuchen; aus der Scharfschützenposition in einen Panzer und dann wieder ans MG eines Helikopters. Ihr seid quasi der Über-Rambo, der ständig und überall voll gefordert wird. Dadurch, dass sich das Spiel so gar keine Atempause gönnt, werden aber keine echte Spannung oder Emotionen aufgebaut. Genauso kann auch der Humor nicht mehr mithalten…

Die KI-Soldaten an eurer Seite sind erstaunlich hilfreich, sie geben Deckung und halten auch schon mal eure Feinde in Schach. Allerdings ist die Einzelspieler-Kampagne nach gerade mal sechs Stunden schon wieder vorbei. Aber dann bleibt ja noch der Mehrspieler-Modus, der für viele Fans der eigentliche Kaufgrund für den Titel ist. Und der kann überzeugen: Die zerstörbare Umgebung liefert viele strategische Möglichkeiten auf den Maps.

Zur Auswahl stehen vier Spielmodi: Bei Conquest müsst ihr Basen erobern, Rush erlaubt euch große Gefechte mit bis zu 12 Spielern pro Seite und beim Squad Rush gibt es das Ganze in kleinerem Maßstab für Teams mit bis zu 4 Spielern. Als letzten Modus gibt es Squad Deathmatch für 4 Teams á 4 Leuten – nur auf ein free-for-all-Deathmatch müsst ihr verzichten. Für Abwechslung reicht der Multiplayer-Modus trotzdem allemal.

Es stehen 4 Klassen zur Verfügung. Ihr habt die Wahl zwischen Soldat, ScharfschützeMechaniker und Sanitäter. Dazu gibt es eine flexible Waffenauswahl, die sich mit höherem Rang noch weiter ändert, wenn ihr weitere Konfigurationen freischaltet. Das einfache XP-System belohnt euch für die Erfüllung der Aufgaben oder typische, oft klassenabhängige Aktionen. Als Medic bekommt ihr so etwa fürs Heilen Erfahrung. Der flexible Multiplayer-Modus erlaubt euch gerade durch die variablen Maps und die vielen verschiedenen Fahrzeuge viel Taktik. Im Multiplayer-Modus macht Bad Company 2 alles richtig.

Fazit:
Bad Company 2 hat einen abwechslungsreichen und spannenden, wenn auch etwas kurzen Singleplayer-Modus. Es spielt seine Stärken aber eindeutig im Multiplayer aus – mit toll aussehender, explosiver Action, vielen Anpassungsmöglichkeiten und großer taktischer Tiefe. Wenn ihr nach einem eher strategischen Shooter für tolle Team-Kämpfe sucht, spielt Battlefield: Bad Company 2!
Bisher keine Kommentare