3D Dot Game Heroes
31. Juli 2011 Autor: Dennis Schuppler (ds)
Zelda – Der Anfang von vielem
Als in den Achtzigern ein kleiner Elfenjunge namens Link, sich erstmals im Königreich Hyrule in The Legend of Zelda auf der Suche nach einer verschollenen Prinzessin durchsuchte, war noch nicht abzusehen welch einen Einfluss dieser 8-Bit-Titel auf die gesamte Videospielwelt haben würde. Seitdem gab es nicht nur etliche Fortsetzungen der beliebten Materie sondern auch
etliche Nachahmer. Die Zelda-Reihe hat sich mittlerweile deutlich weiterentwickelt und das Ur-Gameplay der vielen Abenteuer von Link, hat längst zahlreichen Verbesserungen erlebt.
Klon oder Hommage?
Zum eigentlich Spiel muss nicht viel gesagt werden. Zelda-Anhängern wird 3D Dot Game Heroes gleich vertraut erscheinen. Wie Link, muss auch der Held in From Softwares neuestem Titel, sich auf die Suche nach magischen Artefakten gehen, um das Land Dotnia vor dem Bösen zu retten. All dies kann natürlich nur mit Hilfe eines magischen Schwertes geschehen. Gespielt wird aus der Vogelperspektive. Überall herumwuselnde Feinde werden dabei mit dem Schwert und diversen Sekundär-Waffen wie einem Bumerang, Pfeil und Bogen sowie Magie bearbeitet. Die Artefakte befinden sich natürlich tief unten in düsteren Dungeons. Diese wiederum sind über die ganze Weltkarte verstreut, welche sich abwechslungsreich im Design gibt. So durchstreift man neben allerlei Wälder und Gebirgen auch eine Wüste und Küstenregionen gibt es in dem fernen Lande.
An einigen Stellen braucht man bestimmte Items um weiterzukommen. Beispielsweise einen Enterhaken um sich über kleine Abgründe schwingen zu können oder Bomben, um den Weg
versperrende Felsen zu sprengen. Im Gegensatz zu Link, ist die Heldenfigur hier nicht vorgegeben. Stattdessen kann der Spieler aus einer Vielzahl vorgegebener Figuren wählen oder sich im Editor selbst einen Helden basteln.
Allerdings erfordert der Editor etwas Eingewöhnungszeit und Talent beim “Pixeln”! Von den normalen Heldenfiguren über Ninjas, Haie und Autos ist alles wilde dabei.
Weltkarte, Dungeons und Bosse
Die Dungeons selbst erinnern ebenfalls stark an Zelda und greifen auf ein ähnliches Konzept zurück wie die Weltkarte. So müssen auch hier bestimmte Items erst gefunden werden, um an anderer Stelle weiterzukommen. Zahlreiche kleine Rätsel erschweren das Vorankommen zusätzlich. Versteckte Schlüssel öffnen Türen und schlussendlich gilt es in jedem Tempel einen besonders hartnäckigen Bossgegner zu besiegen. Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad mit Spielverlauf langsam aber stetig an, was angenehm fordernd, aber nie unfair wirkt.
Abseits des Hauptpfades gibt es natürlich auch allerlei Geheimnisse zu finden. Bessere Schwerter erhöhen die Schlagkraft des Helden ebenso wie Waffen-Upgrades, welche durch Goldmünzen bei
Händlern erwerbbar sind. Statt Herzteilen gibt es in 3D Dot Game Heroes Apfel-Teile zu finden.
Vier dieser Teile erhöhen den maximalen Lebensenergievorrat. Einige Minispiele wie ein BreakOut-Klon, eine Tower Defense-Variante und ein Sprint-Rennen sorgen darüber hinaus abseits der knapp fünfzehn Stunden umfassenden Hauptstory für Spielspaß.
Blockige Grafik kann auch schön sein!
Die Bedienung geht stets gut und präzise von der Hand und lässt keinen Raum für Kritik. Neben der Hauptwaffe gibt es einen Button für Dash-Angriffe sowie den Button für die Zweitwaffe. Diese kann entweder per Menü festgelegt oder mittels L2 und R2-Tasten durchgeschaltet werden. Außerdem darf beim Kamera-Winkel aus vier verschiedenen Optionen gewählt werden. Dabei ist für jeden Geschmack etwas dabei: Von hoher Vogelperspektive bis hin zu direkter Ingame-Action-Kamera. Optisch gibt sich das Programm wie eingangs erwähnt sehr eigenwillig aber stylisch. Die Darstellung der Charaktere, Monster und Umgebungen ist einfach liebenswert und sticht ins Auge. Technisch gibt es wenig zu beanstanden. Zwar sind die Ladezeiten nur nach einer optionalen Installation des Spiels akzeptierbar, doch daran hat man sich in auf der PlayStation 3 ja mittlerweile gewöhnt.
Die Akustik hingegen besticht durch stilechte 8-Bit-Atmosphäre und passende Geräusche. Letztere sind abermals eng an Zelda angelehnt und klingen diesen zum Verwechseln ähnlich…
Einen Mehrspieler-Modus gibt es neben dem Singleplayer-Erlebnisses übrigens nicht. Auch in diesem Punkt bleibt 3D Dot Game Heroes also seinem großen Vorbild treu.
Zuletzt sei noch erwähnt, dass der Titel auch in der deutschen Ladenversion nur mit englischen Texten daher kommt – eine Übersetzung gibt es leider nicht, was allerdings nicht großartig schlimm ist.
FAZIT:
Der Grat zwischen Plagiat und Hommage ist extrem schmal, doch 3D Dot Game Heroes schafft es meiner Meinung nach zumindest meistens auf dem richtigen Kurs zu bleiben. Zwar sind die Abkupferungen an Zelda teils schon zu extrem und an vielen Stellen wurde 1:1 übernommen, doch auch hier gilt: Besser gut geklaut als schlecht selbst erfunden. Was den Titel schlussendlich von seinem großen Vorbild abhebt und ihm genügend Eigenständigkeit verleiht, ist die liebenswerte Präsentation und der großartige Humor über das eigene Genre! Dotnia ist eine geniale Hommage an vergangene, aber auch aktuelle Video-Spielzeiten, welche in witzige Kommentaren der Bewohner perfekt rüber gebracht werden. Da quatscht man gerne jeden Einwohner eines neu entdeckten Dorfes an und erkundet die Gegenden auch außerhalb der Hauptpfade. Der unglaublich gelungende Graikstil, die passende Musik und Klangeffekte komplettieren das schicke Gesamtbild. Das eigentliche Gameplay ist dabei durch und durch klassisch und bringt dank einer sehr gut umgesetzten Bedienung, abwechslungsreicher Dungeons und vieler (Boss-)Gegnertypen eine Menge Spielspaß mit sich. Zudem motiviert das Einsammeln von Münzen, um die bestehende Ausrüstung zu verbessern. Alles in allem also eine Kaufempfehlung für Fans klassischer Action-Adventures, die nicht böse sind, dass hier sehr viel abgekupfert wurde!




